Testride – Yeti ASR-5 – das trailsurfbrett

YETI – eine der letzten verbliebenen US-Kultmarken aus den Anfängen des Mountainbikes, waren schon immer bekannt dafür, eigene, neue Wege zu gehen. Wenn man sich die Hinterbauten der aktuellen Modellreihe der Amerikaner anschaut, wird man kaum ein Modell finden, an dem es nicht eine Besonderheit zu bewundern gibt. Der langjährige Erfolg der Marke im Wettkampfbereich, vor allem in den Gravitydisziplinen, zeigt, daß es sich hier nicht nur um Spinnereien handelt, sondern um wirklich sinnvolle Innovationen. 
Die Fans von Yeti huldigen ihre Marke wie einen Kult. Wer selber ein mal die Gelegenheit hatte ein Yetibike zu fahren, wird wohl erahnen warum.

Dies zeigt sich auch in dem von mir getesteten Bikem das mir freundlicherweise wieder von freeride-mountain.com 2 Tage zur Verfügung gestellt wurde.

EIn Yeti ASR-5 alloy in white und Größe M

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Das Yeti ASR-5 gehört in die Kategorie der sogenannten Trailbikes. Typisch für so ein Bike sind Federwege um die 130mm, eher steile Sitz- aber flache Lenkwinkel und eine Ausstattung, die solide aber auch nicht zu schwer ist. Die Bikes sollen sowohl bergauf, als auch bergab Spaß machen, ohne dabei aber den Anspruch eines Enduros zu erfüllen. Einen Trend den man mittlerweile hier auch öfter sieht, ist der Verzicht auf einen Umwerfer vorne. Wer nicht ständig sehr steile und lange Anstiege fährt und über eine vernünftige Kondition verfügt, kann hier auf die Schalterei vorne verzichten.

Das Yeti war aber klassisch mit einer 3-fach Kurbel unterwegs.

 

Spezifikationen:

  • Yeti ASR-5, MJ2011, Aluminium mit Carbonhinterbau, 125mm Federweg, Größe M
  • Fox Float RP23 Dämpfer
  • Fox Float 32-120 Gabel
  • Shimano XT 3-fach Kurbel
  • Shimano XT Umwerfer
  • Shimano XTR Schaltwerk
  • Shimano XT Schalthebel
  • Shimano XT Bremsen mit 160/160mm Scheiben
  • Felgen: DT Swiss XR400
  • Naben: DT Swiss DT240s
  • Reifen: Schwalbe Fat Albert 2.23 front/rear
  • Thomson Vorbau
  • Easton monkey lite carbon Lenker
  • Thomson Sattelstütze
  • SDG Sattel
  • Gewicht, o. Pedale: 12,2 Kg

Also eine funktionelle Ausstattung mit ein paar kleineren Highlights.

Wie ich anfangs erwähnte, gibt es bei den Hinterbauten der Yetis immer etwas Besonderes und so auch hier. Wer sich die Fotos des Bikes genauer anschaut, wird feststellen, daß es im Bereich der Hinterachse, wie sonst üblich, keinen Drehpunkt gibt. Der komplett aus Carbon bestehende Hinterbau kann nur Einfedern, weil das Carbon der Sitzstreben in einem definierten Bereich flext, ähnlich wie es z.B. Cannondale am Scalpel macht. Der Wegfall dieses einen Drehpunktes kommt vor allem der Steifigkeit zu Gute, außerdem kann ein Lager, das nicht da ist, nicht kaputt gehen, man spart Gewicht und kann durch die Dimensionierung des Carbonlaminats zusätzlich noch die Kennlinie der Federung beeinflussen.

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Hält das Bike, was uns Yeti hier verspricht?

In den 2 Tagen, die ich das Bike testen konnte, hatte ich genug Möglichkeiten, die Fähigkeiten des Bikes zu erproben. Lange, teils steile Anstiege, schnelle Stücke auf der Ebene, flowige trails, schnelle Downhills, kleinere Drops und auch technische Trails mit engen Kehren waren dabei.  In Summe war ich mit dem Bike rund 100 km und 2200 Hm unterwegs und hatte jederzeit viel Spaß damit. Nach einer kleinen Veränderung am Vorbau, passte mir die Sitzposition sehr gut, nur einen etwas breiteren Lenker und eine Automatikstütze hätte ich mir gewünscht.

Wie fühlt sich das Rad an?

Zunächst mal spürt man das doch recht geringe Gewicht. Das Bike ist sehr spritzig und auch dank der Sitzposition, geht es flott den Berg hinauf. Zwar wippt der Hinterbau auch bei aktiviertem ProPedal etwas, dies fällt aber nur auf wenn man wirklich hinschaut, gefühlt habe ich es nicht. Pedalrückschlag war ebenfalls nicht zu merken. Zusammen mit den Reifen, der Geometrie und der aktiven aber straffen Federung ergibt sich eine Kombination mit der man gerne die Berge erklimmt. Wenn einen dann die Hangabtriebskraft gen Tal befördert zeigt das ASR dann ganz neue Seiten: Dämpfer auf gemacht und laufen lassen. Es ist schon erstaunlich: Man kann doch auch tatsächlich mit weniger Federweg verdammt viel Spaß haben :-) Zumindest wenn die Federung so gut abgestimmt ist wie am Yeti. Die Kennlinie, die Yeti hier gezaubert hat ist schon genial: Im Anfangsbereich sehr sensibel, im mittleren Bereich eher straff um Feedback vom Trail zu bekommen und im letzten Drittel dann progressiv mit Reserven für Dops und Sprünge. Selten fühlten sich 125mm Federweg nach so viel mehr an. Auch aufgrund des potenten Hinterbaus, verdient das ASR-5 vorne eine Gabel mit etwas mehr Reserven, eine Gabel mit 140mm würde dem Bike gut stehen, der dadurch etwas flachere Lenkwinkel, würde den Spaß bergab noch erhöhen.

 

Fazit: Was für ein Bike! Das Yeti hat mir bewiesen, daß der Trend zu immer mehr Federweg eindeutig der Falsche ist. Die vermeintlichen Vorteile erkauft man sich leider auch durch viele Nachteile. Für 99% der Dinge, in denen ich mich bewege reichen die 125 mm des Yeti völlig aus, wenn der Rest passt. Dazu gehört in erster Linie die Geometrie und eben auch die Charakteristik der Federung. Beim ASR-5 passt da für mich alles zusammen. Bei der Ausstattung würde ich, wie teilweise schon erwähnt, zwar etwas anders auswählen, aber so ein Bike baut man sich eh individuell auf .

In der hier gezeigten Version (Race-Kit) dürfte das Bike ca. 4500 Euro kosten. Es gibt den Rahmen auch noch in einer Vollcarbon-Variante, welcher noch mal rund 350 Gramm leichter ist.

und hier jetzt noch a bissle was zom ogugga, sorry für das Vogelgezwitscher und anderes :-D

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