Nachdem ich ja gestern beim Freeride Mountain Shop in Schorndorf war um ein paar Räder zu testen, will ich euch heute mal berichten, wie es war.
Gefahren bin ich 2 Räder.
Das erste war ein AllMountain von GT, mit 150mm Federweg. Das GT Force Carbon Expert 2011, und zwar genau dieses:

Sehr leicht und wendig. Geht prima denn Berg hoch, auch wenn ich mir hier einen etwas steileren Sitzwinkel wünschen würde. Wiegetritt mag der Hinterbau aber nicht, da wippt er fürchterlich, leider funktionierte auch das ProPedal an dem Fox RP23 nicht so wie ich es gewohnt bin. Im Sitzen ist der Hinterbau aber beim Hochfahren sehr ruhig und sensibel und sackt auch nicht ein.
Das geringe Gewicht (13,1 kg kpl.) trägt seinen Teil dazu bei, daß das Bike auch bergauf Spass macht. Überrascht war ich von der verbauten Fox Float Gabel. Ich kenne die Foxgabeln als eher bockig, was das Ansprechverhalten angeht, zumindest bei den Talas-Versionen. Diese Gabel hier ging aber echt super, die fehlende Absenkung habe ich bei den Steigungen gestern nicht vermißt.
Auf dem Downhill nach Winterbach runter, hat mich das Bike nicht enttäuscht. Die verbauten Maxxis Advantage (v. 2.4 / hi 2.25) hatten auf dem doch recht schmierigen Boden ausreichend Grip. Die sensible Federung gibt Sicherheit. Die Laufruhe meines Transition Coverts hat es zwar nicht, aber das liegt vermutlich auch an dem doch recht steilen Lenkwinkel im Vergleich zum Covert.
Eine Fehlkonstruktion an dem Bike ist leider die Zugverlegung. Man sieht es schon auf dem Foto oben. An der Stelle wo der Zug bzw. die Bremsleitung zwischen Hauptrahmen und Hinterbau geführt wird, ist viel zu wenig Platz dafür. An dem Rad was ich gestern gefahren bin, führt das dazu das der Zug eingeklemmt wurde und zu einem dauernden Quietschen führte. Da muß GT nachbessern.
Das zweite Bike war dann eine ganz andere Kategorie. Ich wollte schon lange mal ein 29er fahren und hatte gestern die Gelegenheit dazu. Mein Favorit wäre zwar ein Transition Bandit 29 gewesen, aber das ist derzeit leider noch nicht verfügbar. So wurde es dann eine Marathonfeile non Norco.
Das Norco Revolver 1. also das Topmodell:

100mm Federweg, knapp 12 kg.
Das ist natürlich nicht die Kategorie von Bike, die ich sonst fahre, mir ging es mehr darum einmal zu erfahren, was an dem sagenumwobenen 29er Fahrgefühl dran ist. Was sofort auffällt: Durch die hohen Räder sitzt man, gefühlt, recht tief im Bike, was ja sehr positiv ist. Das das Bike fast von selber den Berg hoch fährt war zu vermuten, als ich später jedoch die gleiche Steigung mit meinem Covert noch mal hoch bin, wurde mir klar, wieviel das ausmacht. Das ist schon sensationell. Das lag natürlich in erster Linie nicht an den großen Rädern, sondern an der Kombination aus Geometrie und Gewicht. Leider hatte ich gestern nicht mehr so viel Zeit um das Bike ausgiebig zu testen, aber für einen kleinen trail runter reichte es noch. Hier ließ sich zumindest erahnen, was an den 29ern dran ist. Wenn die erstmal rollen, dann rollen sie. Sprich: Die großen Räder rollen über Hindernisse leichter als die 26er. Trotz der geringen Federwege, der doch stark bergauf-gerichteten Geometrie und der CC-Reifen, machte das Bike auf dem Trail sehr viel Spaß. Mit etwas mehr Federweg und einer etwas anderen Geometrie, könnte ich mir so ein Bike sehr gut als trailbike vorstellen. Norco hätte da z.B. noch das Shinobi im Programm, was gestern aber leider nicht verfügbar war.
Zu bemängeln hatte ich an dem Rad nur einen Punkt: Die Sattelstütze ließ sich nur ca 5 cm versenken, dann war Schluß.
Fazit: das war ein gelungener Tag gestern. Das Team vom Freeride Mountain Shop hat sich sehr viel Mühe gegeben. Für die Freerider gab es sogar einen Busshuttle. Bei den Rädern war für jeden etwas dabei und es gab noch eine Tüte mit netten goodies (Socken, Riegel, Trinkflasche…) als Geschenk.
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht. Vielen Dank an das Team um Niko. Wenn es das mal wieder gibt, bin ich gerne dabei. Ich wünsche den Jungs heute noch viel Spaß in Beerfelden.
Grüße
Sven
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